Schaubilder und Schulkarten. Von Bildern lernen im Klassenzimmer
Auf Flohmärkten und in Antiquariaten erzielen sie hohe Preise – dabei denkt manch einer vielleicht auch mit gemischten Gefühlen an seine Schulstunden mit Frontalunterricht: Die gute alte Schulkarte ist plötzlich wieder präsent, als Lifestyle-Design-Objekt über dem Sofa oder als ironischer Wandschmuck im Kinderzimmer. Attraktiv gestaltet und grafisch ausgefeilt bis ins kleinste Detail führen diese Erklärungstafeln mit ihrer unverwechselbaren Optik in eine Bilderwelt vor Beamer und Powerpoint-Präsentation – ganz analog, auf einen Blick. Der Band versammelt, geordnet nach Schulfächern, eine vielfältige Auswahl von Schulwandbildern aus dem so aktuellen Mid-century – den 1950er bis 1970er Jahren – und liefert damit für Designfans und Sammler ebenso wie für Nostalgiker einen einzigartigen Überblick. Die faktenreiche Einführung in die Geschichte des Schulwandbildes sowie ein ausführliches Verzeichnis der Karten und eine Liste mit Schulmuseen runde den Bildband ab.
Schulkarten im Klassenzimmer belebten mit ihren fesselnden Darstellungen so manche fade Unterrichtsstunde in der Biologie, Erdkunde, Geschichte, Physik oder Politik. Die meisten auf Leinen aufgezogenen Bilder bestechen durch ihre klare Grafik und eine einnehmende Bildsprache. Dabei vermittelten sie lernplanbezogen Themen wie etwa den Aufbau der Bundesrepublik, das Klima der Erde, das Periodensystem der Elemente oder das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Zugleich sind diese Schulbilder einzigartige Zeitkapseln und spiegeln neben der schulischen Didaktik auch das Lebensgefühl und Selbstverständnis der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider.
Herausgegeben von Ina Katharina Uphoff und Nicola von Velsen; 240 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 30 cm | Erschienen im Prestel Verlag, München | 2018 | 978-3-7913-8403-0
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